LuckyLou meldet sich zurück

by Lou Tobian

Was ist das eigentlich für ein Start ins neue Jahr gewesen? Corona ist immer noch nicht weg. Hospitalisierungsraten und Inzidenzen sind leider immer noch „way over the top“. Hätte ich mir das im Januar letzten Jahres, fast ein Jahr seit Beginn der Pandemie, vorstellen können? Die Antwort lautet ganz definitiv: Nein. Der Glaube an das Gute und einfach ein Stück weit zu hoffen, dass alles gut wird, haben mich damals (noch) beruhigen können. Mittlerweile haben wir zwei Jahre Pandemie erlebt. Eine schwierige Zeit, mit unbekannten Herausforderungen. Seit gut anderthalb Jahren studiere ich nun quasi im Fernstudium an der Uni Potsdam. Beruhigt es mich, dass ich nicht mit 300 Kommilitonen im Hörsaal meiner Professorin zuhöre? Ja, ein bisschen. Fühle ich mich im Moment als vollwertiger Student: Eher nicht.

„Ich sehe mich eher als Arbeitsloser mit Wissenschafts-Interesse“. Als ich diesen Satz in der heute-show vor ein paar Monaten aufschnappte, wusste ich sofort was der Mann meinte. Das Studium mag von der fachwissenschaftlichen Seite betrachtet seine fesselnden und lohnenswerten Aspekte haben. Wir lernen Sachverhalte, Theorien und Studien über die wir uns alleine wahrscheinlich nie selbstständig informiert hätten (bei mir zumindest im Fall Alt-Englisch so). Aber alle anderen Aspekte meines eigentlich so sehr herbeigewünschten Studiums sind seit Beginn meines Studiums nur Dinge aus meiner Fantasie oder Dinge, die mir Studenten aus höheren, in Präsenz erlebten Semestern erzählen. Wilde Ersti-Parties, WG-Parties mit neuen Leuten, Lerngruppen mit Leuten, die genauso wenig wie ich das Thema verstanden haben… Irgendwie fehlen mir diese Erfahrungen immens. Klar, ab und zu gibt es Gelegenheiten, in denen man gemeinsam lernt oder als Gruppe in der Mensa essen geht. Aber sie bilden leider die Ausnahmen. So langsam frage ich mich so langsam, warum ich mich nicht einfach an einer Fern-Uni zu studieren begonnen habe… Gleicher Stress, genauso wenig Kontakt zu Gleichgesinnten und dazu noch genauso flexibel die routinemäßigen Zoom-Meetings joinen.

Genug des Klageliedes. Ich will mich gar nicht aufspielen. Es gibt genügend andere Studierende, die genau den gleichen Hustle und genau die gleiche psychische Belastung jeden Tag aufs neue erleben. Vielen geht es definitiv schlechter als mir, weil sie keine finanzielle Unterstützung von ihren Eltern haben, um ihre Wohnung kämpfen müssen oder einfach im Studium so gar nicht zurechtfinden. Letzteres habe ich schon mehr als genug gefühlt. Die Verzweiflung, eine Klausur definitiv nicht schreiben zu können, weil man viele der vorab aufgezeichneten Inhalte nicht verstanden hat und wegen Corona (oder aus finanziellen Gründen?) oft keine Tutorien zu Lehrveranstaltungen angeboten wurden. Beim Schreiben von Hausarbeiten fühlte ich mich wie ein Voll-Depp. Entspricht meine Fragestellung den unbekannten akademischen Anforderungen? Ist meine Argumentation deutlich und genüg durch Belege gestützt? Weist mein Literaturverzeichnis bloß keine Fehler auf?

Oftmals sind diese Fragen durch eine schnelle E-Mail an eine/n Dozent/in beantwortet. An anderen Stellen wiederum wird man nur darauf hingewiesen, dass es sich um ein Studium handele und nicht jedes Detail erläutert würde. Zum Glück habe ich einen kleinen Kreis an Freunden und Kommilitonen, auf deren Rat ich zählen kann. Sie machen die Zeit erträglicher und lassen mich stets bewusst werden, dass ich diese Probleme nicht alleine durchstehen muss. Ich wünsche mir wirklich, dass der Frühling einen Neuanfang bringt, sodass mein Studium Studium wird und ich endlich das Gefühl habe, angekommen zu sein.

In nächster Zeit werde ich euch noch einen Beitrag verfassen, in dem ich euch die Methoden näher bringe, die mir helfen zu entspannen und mich gut durch den Studi-Allag bringen. Die nächsten zwei Wochen stehen allerdings noch einige Klausuren an, von daher kann ich die zeitlichen Möglichkeiten zum Verfassen noch nicht abschätzen. Jedoch merken ich, wie gut es gut, wieder etwas auf diesen Blog zu schreiben. Also, stay tuned!

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